Alle Möglichkeiten stehen offen und dennoch fühlt sich das Leben schwer an? Ach, Quatsch: Hier ist der Weg.

Wenn Dinge zu lange auf Taten warten, wird es Zeit, die Entschiedenheit aus dem Schrank zu holen. Voila.

Vielleicht hast Du gerade gedacht, dass Dir gar nicht alle Möglichkeiten offen stehen? Vergiss es. Wir leben in einem Land, wo man immer die Spur ändern kann. Kein Geld?
Geld ermöglicht weder eine Änderung noch verhindert es eine Kurskorrektur.

Wenn Du an dieser Stelle stehst, dann ist der einzige Weg nach vorne, der Weg nach innen. Was willst Du im Leben?
Also ich meine Dich, was willst DU? Nicht Deine Eltern, nicht Deine Partnerin oder Dein Partner, nicht Deine Familie, Deine Kinder, Deine Kollegen, Dein Chef oder Deine Nachbarn.
Ja, kann sein, dass irgendwer pissed sein wird, wenn Du machst, was Du machen willst. Und es ist immer irgendjemand unzufrieden mit dem, was Du tust. Notfalls der Pfarrer von vor 30 Jahren aus der Kirchengemeinde, zu der Du vielleicht mal gehört hast.

Ich bin halbwegs aufgewacht, als ich mit einem Mal verstanden hatte, dass ich keine Garantie für ein langes Leben habe. Wenn ich nun endlos aufschiebe, kann es sein, dass ich mich vielleicht mal überraschend fragen muss, ob ich mein Leben so gelebt habe, wie es für mich richtig war. Und die Antwort war: Scheiße, NEIN, das habe ich nicht!

Das schrie nach Veränderung.
Ich bin der Überzeugung, dass Menschen wiedergeboren werden. Aber warum sollte ich ausgerechnet dieses Leben nicht völlig ausschöpfen?

In meiner persönlichen Vorstellung ist die schönste aller Welten die, wo möglichst alle Menschen ihre Inspiration leben und damit andere inspirieren und motivieren, das ebenfalls zu tun.
Ha! Nur wie dorthin kommen?

Hier meine besten Tipps der letzten zehn Jahre.

  1. Kritische Kommentare zu Deinen Taten und Plänen von Mitmenschen nah und fern? Sie mögen mit dem Kühlschrank sprechen.

Jetzt mal ehrlich. Wenn Du tollkühn bist oder schlicht anders, Ratschläge von außen haben Dich noch nie näher zu Dir selbst gebracht. Du bist absolut in der Lage, Deine Taten und Pläne selbst zu beurteilen.
Weil das Doofe ist, dass die Ratgeber nie Garantie für ihre Ratschläge übernehmen. Wenn es dann nicht richtig gut wird, können sie auch nicht helfen.

  1. Angst ist ein mieser Ratgeber

Vielleicht denkst Du jetzt gerade, dass Du Deine Angst nicht steuern kannst. Brauchst Du ja auch gar nicht. Lass sie einfach in Ruhe und mach Dein Ding. Das ist wie Denken aufhören – geht nicht wirklich – aber Du hast die Wahl, den Gedanken nachzuhängen oder einfach in die Wirklichkeit zurückzukommen und zu seh-hör-fühlen was gerade im Moment passiert. Sowohl Gedanken als auch Gefühle haben eine schnelle Änderungsrate.

Angst ist eine Diva. Je mehr Aufmerksamkeit sie bekommt, desto mehr spielt sie sich auf. Lass sie einfach. Fühlen, hinnehmen und gleichzeitig weitergehen.

  1. Herausfinden, was man will

Yay, das ist der aufregende Teil.

Hier kommt super viel in Frage. Du kannst mal anfangen mit einer Liste von Dingen, die Dir Spaß machen und einer weiteren, mit was Dir Spaß machen könnte oder was Dich jemals interessiert hat.

Du kannst einen Urlaub planen, in dem Du nur Dinge ausprobierst oder anschaust, wie andere das machen, was Dir auch Spaß machen könnten. Befrage die, die bereits etwas machen, das Du spannend findest.

Du kannst alle Freunde und Kollegen fragen, was ihnen Spaß macht und Dich inspirieren lassen, bist Du im „oh-wie-interessant“-Rausch bist.

Du kannst Biographien lesen und Dir Teile aussuchen, die Du super interessant findest – egal welche Ausbildung, Geldsituation etc. jemand hat. Mit der Zeit zeigt sich ein Muster für Dich.

Und ja, Du kannst auch mein Buch lesen (Arbeitstage voller Glück, 3,95 EUR bei Amazon) oder eines meiner Seminare auf Bali besuchen (Happy-Brains.net).

  1. Meditation

Nach meiner Erfahrung: der tollste Weg überhaupt. Wieso auch immer, das war mir schon immer klar.
Ich hatte zehn Jahre Meditationserfahrung. Nur hatte ich nicht verstanden, wie Meditation funktioniert, wenn sie wirklich weiterhelfen soll. Aber nach kontinuierlichem Suchen habe ich einen Lehrer gefunden, der es mir erklären konnte. Wer sagts denn. Ende gut, alles gut.

Details über meine Meditationserfahrungen kommen in einem andern Blogbeitrag.

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Schokolade! Das fällt vielen zuerst ein bei Ernährung, die glücklich macht. Aber es gibt noch mehr.

IMG_3469Können Sie fühlen, was Ihr Körper benötigt oder haben Sie Standard-Fastfood und -Gerichte, die Sie seit Jahren essen?
Fastfood muss ja nicht ungesund sein, auch Obst ist gleich gegessen und jeder würde sagen, dass es gesund war. Hm. Sekunde.
Das, was Menschen nicht mögen, ist meist auch nicht gut für sie. Nur dass sich das über die Jahre ändern kann. Wer als Kind kein Obst mochte, darf ruhig jetzt mal probieren, wie es schmeckt. Es kann sein, dass es jetzt lecker ist. Und Dinge, die Sie als Kind gemocht haben, mögen Sie vielleicht jetzt gar nicht mehr essen. Selbst was vor einem Jahr der Renner in Ihrem persönlichen Kochbuch war, schmeckt möglicherweise heute langweilig. Perfekt! Der Körper weiß, was gut für Sie ist und Sie dürfen einfach nur herausfinden, was Sie mögen.

Neue Ernährungsempfehlungen und Diäten sind immer für irgendjemanden gut und für jemand anderen überhaupt nicht

IMG_3318Nur weil die Ernährungswissenschaft oder eine neue Labor-Untersuchung hervor gebracht hat, dass irgendetwas rasend gesund ist, muss das für Sie nicht stimmen. Es gibt nichts, was für jeden gut ist – außer Wasser. Und selbst bei Wasser gibt es Unterschiede. Aber dazu ein anderes Mal mehr.
Und aufgepasst bei dem, was schmeckt: der Körper benötigt dennoch Abwechslung. Viele Menschen fühlen ihren Körper nicht mehr richtig und sind gerade wieder dabei ihr Körpergefühl zu entwickeln. Wenn das der Fall ist, beobachten Sie, von welchem Lebensmittel Sie große Mengen essen. Das könnte der Punkt sein, wo Ihr Körper nach Abwechslung verlangt. Er hat dann alle Vorratskammer für die Verwertung dieses Lebensmittels dermaßen gefüllt, dass er dringend mal anderes verwerten möchte.

Die meisten Menschen könne alles essen – aber nur im rechten Maß für ihren Körper

IMG_3274Manchmal ernähren sich Menschen dann nicht mehr  gesund, obwohl sie sich vermeintlich gesund ernähren. Anika K. zum Beispiel isst gerne Äpfel und Datteln. Die sind auf jeden Fall gesund. Weil sie jedoch nicht so viel Zeit und Lust zum Kochen hat und auch nicht Fastfood essen will, bestand ein großer Teil Ihrer täglichen Kost aus Äpfeln und Datteln. Sie hatte diese auch immer dabei. Klingt gesund und irgendwann sagt ihr Körper ganz deutlich, dass er etwas anderes will.
Jene Menschen, die mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten in meine Praxis kamen, hatten über Monate oder Jahre oft einfach zu viel von einem Lebensmittel gegessen oder sie mochten es eh noch nie und waren dann überrascht, dass sie es nicht vertragen. Nach nur 2-3 Monaten Abstinenz von dem übergessenen Lebensmittel hat sich der Körper wieder entspannt im Bezug auf die Überfütterung und nimmt es wieder an. In Maßen! Anika K. konnte nach den drei Monaten selbstverständlich nicht wieder zu ihrer einseitigen Diät zurückkehren, sondern durfte ihrem Körper einfach mehr Abwechslung gönnen.

Wie kann man rausfinden, welches Essen gut für einen ist?

IMG_3102Wie Sie herausfinden, was gut für Sie ist: zum ersten darf es schmecken, und der zweite Punkt ist, es muss sich auch im Magen und im Darm gut anfühlen. Normalerweise ist das bei Gerichten, die aus sehr vielen  Zutaten bestehen, nicht ganz einfach. Vielleicht möchten Sie daher zu Beginn,  einfache Gerichte mit weniger Zutaten kochen, um über sich selbst zu lernen. Oder Sie gehen zu einer Kinesiologin/Kinesiologen und lassen sich Lebensmittel austesten, um einen Anfangsstatus zu haben. Wie schon gesagt, das was der Körper benötigt, kann sich ändern. Daher ist eine Nahrungsmittelverträglichkeits-Testung nicht über Jahre gültig.

Manchmal vertragen Menschen fast alles, nur nicht in jeder Kombination

IMG_3325Manche Menschen vertragen bestimmte Lebensmittel wie Stärke und Fruchtzucker zusammen nicht so gut z.B. in dem Auflauf, der aus altem Brot und Äpfeln gebacken wird oder im Bircher Müsli. Für diese Menschen kann Trennkost eine Alternative sein: Sie dürfen ALLES essen, auch alles an einem Tag, allerdings nur in bestimmten Zusammenstellungen und mit drei Stunden Abstand, so dass ihr Darm es leicht hat mit der Verdauung. Diese Essensorganisation heißt Trennkost.

Und das Spannende am Herausfinden, was kulinarisch gut für Sie ist: Ihr Gehirn lernt, dass Sie sich selbst Glauben schenken dürfen. Und das macht den Weg einfacher auch in anderen Bereichen zu erkennen, was Sie genau wollen und womit Sie persönlich glücklich sind. Auf in ein Leben mit noch mehr Glücksgefühlen!

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Architektonische Schätze in Ubud, Bali – Das Clear Cafe

Clear Cafe in Jalan Hanuman, Ubud

IMG_2869Ubud liegt im Inneren der Insel der Bali und besteht aus mehreren zusammengewachsenen Dörfern.  Der Name der Ortschaft kommt von dem Wort Obat, was Medizin bedeutet. Fast jede Straße, die von der Hauptstraße abzweigt, ist hinter den Häuserreihen links und rechts von Reisfeldern oder kleinen Dschungelabschnitten umgeben.
Abwechslungsreicher kann man sich einen Ort kaum vorstellen. Es grenzen traditionell balinesische Höfe mit der typischen Anlage von vier Bales an Geschäftshäuser mit Geschäften im Erdgeschoss und Büros oder Warungs (einfaches Gasthaus) im ersten Stock, diese wiederum an Tempel und diese wieder an ganz einfach Kioskhütten und an Cafes im postmodernem Stil oder innovativ gemischter Architektur von Tradition und Moderne.

IMG_2913Ich möchte Ihnen Clear Café vorstellen. Der Inhaber ist Brett Black, der zuerst für eine Filmrolle nach Bali kam und später dieses Café erbaut hat und auch leitet. Das Haus des Clear Cafes liegt an der stark befahrenen Einbahnstraße Jalan Hanuman, die nach dem General der Affen, Hanuman, benannt ist. Die Geschichte des Superhelden Hanuman entstammt dem Ramayama, einem wichtigen Teil der hinduistischen Literatur.
Das Clear Café, von der Straße zurückgesetzt, hat eine Begrenzung aus Bambusbäumen zur Straße hin sowie einen japanisch anmutenden Zugang zu einer traditionell geschnitzten Eingangstür, die von einem Vordach geschützt wird.  Die Fassade erhebt sich dahinter aus Teilen von Bambusstangen.

IMG_2818Der ganze Bau hat einen längsrechteckigen Grundriss und ist in einen vorderen und einen hinteren Teil aufgeteilt. Der vordere Teil ist ein hoher Raum mit sichtbarem Pultdach, so dass die eine Wand deutlich höher als die andere ist; der hintere Teil gruppiert sich um einen Innenhof mit Teich. Im Erdgeschoss und im ersten Stock des hinteren Teils stehen einladende Stühle und Tische.
Im vorderen Raum erinnert der Wandaufriss aufgrund der Höhe und den verschiedenen Wandstreifen an einen Sakralbau. Zwei Drittel der Längswand ist mit verschieden starken rechteckigen Klinkern verkleidet, die bei Sonneneinfall interessante Muster zeigen.

IMG_2915 Darüber ist ein Wandstreifen, der aus vier aufeinander liegenden hölzernen Querbalken besteht und darüber ist ein breiter Streifen, der bis unter das Dach reicht und der aus Pflanzenfasern zusammengesetzt ist, die wahrscheinlich der Kokospalme entstammen. Die gegenüberliegende, niedrigere Längswand hat zwei Abschnitte: der untere besteht aus weiß verputztem Mauerwerk und der obere aus einem langes Fenster, das blau angestrahlt ist.

In der Mitte des Raumes stehen als Stützen zweimal zwei T-Träger aus Eisen, die bis zur Dachhöhe mit Bambusstämmen verlängert sind.

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Das sichtbare Dach besteht aus Holzlatten, auf denen querliegende Bambusrohrabschnitte aufliegen. Von innen nicht sichtbar sind die Naturfasern, die das Dach traditionell gegen eindringenden Regen schützen.

Neben der Architektur ist das Clear Cafe auch wegen des servierten Essens einen Besuch wert.

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Tägliche Begegnungen mit Tieren auf Bali

Begegnungen mit Tieren im tropischen Bali

Enten auf BaliDerzeit ist das Reisfeld vor meinem Haus geflutet, so dass die kleine Entenherde, die täglich mit einer weißen Fahne hierher geführt wird, vergnügliche Tage im Wasser des Reisfeldes verbringt. Und das macht hörbar Spaß. Am Abend folgen sie der weißen Fahne zurück auf ihren Hof.

IMG_1629Jeder Morgen beginnt mit lautem Hahnengeschrei aus etlichen Hahnenhälsen. Viele Balinesen haben große Freude an den stolzen Tieren und am Hahnenkampf. Zum einen ist der Hahnenkampf die Wettbörse schlechthin, bei der viele Geldscheine den Besitzer wechseln. Und andererseits ist nach der Naturreligion Balis, die sich mit dem Hinduismus gemischt hat, das vergossene Blut der Kampfhähne dazu da, die Dämonen zu füttern und damit zu besänftigen.

Affe beim Affenwald in Ubud

Affe beim Affenwald in Ubud

Affen gehören auf Bali zu den heiligen Tieren und der Affenwald in Ubud wird somit auch als heilig angesehen. Der Affengeneral Hanuman ist ein Superheld mit Superkräften aus der Ramayama, einer alten hinduistischen Schrift. Er macht sich bei der Befreiung der entführten Prinzessin Sita sehr verdient.
Wenn ich beim Einkaufen den Weg, der den Affenwald umrundet, nehme, sitzen die Anhänger Hanumans oft auf dem Zaun zum Affenwald, mitten auf dem Weg oder zwischen den Auslagen der anliegenden Geschäfte. Sollte ich Bananen in der Einkaufstüte haben, bin ich immer froh, wenn ich diese von den Affen unbemerkt auf dem Motorroller nach Hause bringen kann. Sonst müsste ich halt neue kaufen, weil Widerstand zwecklos. Sie sind einfach zu schnell.

Beliebte Hausbewohner, auch in meinem Haus, sind Geckos. Sie ersetzen das vertraute Geräusch einer Standuhr mit Schlagwerk, weil sie im Takt der Stundenschläge einer solchen Uhr rufen, auch wenn sie sich nicht an den Stundentakt halten. Die großen Geckos rufen zwischen 9 und 17 Mal. Wie der Name Gecko, so entstand auch der indonesische Name für diese Tiere, Toke, aus dem Ruf des Geckos.
Kleiner Gecko versteckt sichDie in etwa eidechsengroßen kleinen Geckos, genannt Cucik, piepsen eher wie Vögel. Ich dachte lange, dass Vögel auf dem Dach sitzen und piepsen, dabei sind es meine kleinen Mitmieter, die für die Miete arbeiten.
Ihre große Leistung ist, dass sie das Haus frei von Ungeziefer halten, wofür ich ihnen sehr dankbar bin.

Koi auf BaliHäuser, die direkt am Rand des Reisfeldes liegen, sind oft umgeben von einem kleinen Wassergraben. Dafür kann einfach das Irrigationssystem, das die Reisfelder bewässert, genutzt werden, indem ein kleiner Strom im Umlauf abgezweigt wird. Dieser Wassergraben im Kleinformat hält landläufige Insekten davon ab, das Haus zu stürmen. Sie können nicht schwimmen. Und die paar, die dennoch eintreten, werden früher oder später von den geschickten Geckos übernommen.
Im Wassergraben können Fische wohnen, wenn sie der Hausherr dort einsetzt. Ich habe viele bunte Fische, die ich täglich füttere, um sie genau betrachten zu können. Es sind Kois, Goldfische und bunt gesprenkelte Fische sowie ein kleiner quietschgelber Fisch, deren Bezeichnung ich noch nicht kenne. Doch selbst wenn ich letztere nicht mit Namen ansprechen kann, essen sie genauso willig das Fischfutter wie die Kois und Goldfische.

Reiher

Reiher

Die Reiher in der Nähe von Ubud sind eines der beeindruckendsten Phänomene für mich. Seit einem bestimmten Tag im Jahre 1965 oder 1966 landen Scharen von Reihern jeden Tag zur Abenddämmerung in den Bäumen des kleinen Ortes Petulu. Tagsüber machen sie Ausflüge oder stelzen durch die Reisfelder und am Nachmittag kehren sie geschlossen zurück.
Die Reiher kamen nach einer großen Reinigungs-Zeremonie, die nach einer politischen Massenmordaktion abgehalten wurde. Nach der Zermonie begannen die Reiher nach Petulu zu kommen und in den Bäumen des Dorfes zu nächtigen. Vorher gab es keine übernachtenden Reiher in Petulu.
In den Bäumen um mein Haus wohnen ebenfalls einige Vögel, allerdings keine Reiher. Die treffe ich lediglich manchmal am Rande des Reisfeldes beim Spazierengehen.

Im Affenwald habe ich auch Warane gesehen, also nur einen. Er schwamm in dem Fluß unter dem riesigen Banyanbaum, der an den riesigen Baum aus dem Film Avatar erinnert.

Katze in Bali

Katze auf dem Dach

Hunde und Katzen gibt es reichlich. Im Ausländerviertel, in dem ich bislang wohne, gibt es vor allem Katzen, die wohl in jedem zu mietenden Haus mal einen Menschen hatten. Somit wird jeder neue Mensch zärtlich als neuer Dosenöffner begrüßt. Allerdings möchten die Katzen ihre Dosenöffner nicht teilen, daher gibt es ohrenbetäubend laute und erbitterte Teritorialkämpfe sowie unliebsame Markierungen im Haus, sobald Katzen der Zugang zum Haus ermöglicht wird. Katzen haben bei den Einheimischen in Bali wenig Wertschätzung, Hunde vielleicht etwas mehr.

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Körper-Pflegeprodukte mit Farbpartikeln: Schönheit in Europa und Asien

Supermarktregal in UBUD mit Bodylotions

Supermarktregal in UBUD mit Bodylotions

In fremden Ländern gibt es immer wieder kulturelle Überraschungen, die neues Licht auf die eigene Kultur werfen.

Bodylotions im Supermarkt kaufen ist nicht so einfach wie gedacht

Dies ist mein neuestes Beispiel. Ich wollte mir hier in Bali Bodylotion oder Hautcreme kaufen, ein einfaches Pflegeprodukte für die Haut. Als ich vor dem Regal mit der riesigen Auswahl an Bodylotions stand, versprach jedes Produkt, das ich mir ansah „whitening“ und zusätzlichen UV-Schutz. Tatsächlich freue ich mich, dass ich etwas braun bin und würde diese Bräune ungern dem Whitening, wie das auch immer aussieht, opfern.
Tatsächlich sind eine Art von weißen Bestandteile in den Cremes, die die Haut wie Make-up färben – allerdings in Weiß. Whitening-Partikel auf der Haut von Europäern verleihen ein sehr seltsames Aussehen.

Whitening und Tönung – verschiedene Ausprägungen auf verschiedenen Kontinenten

Bei weiterem Nachdenken fiel mir ein, dass in europäischen Pflegenprodukten oft eine leichte Tönung angeboten wird. Das sind dann die dunkleren Farbpigmente in der Creme, die die weiße Gesichtsfarbe der Europäer Sommer wie Winter „etwas gesünder“ aussehen lassen.
Ach so! Auch eine Balinesin würde also vor einem deutschen Bodylotion-Regal genau schauen müssen, damit sie keine Tönungscremes  erwischt und ihren Look auf ungewohnte Art verändert.

Auch Sonnenschutz ist ein Spiegel der Schönheitsideale

Im amerikanischen Florida hatte ich letzten Winter in den Regalen der Supermärkte eine kleine bis mittlere Auswahl an Sonnenschutzprodukten gefunden. Die Menschen in Florida sind braun und wollen gebräunt sein. Hier in Bali ist die Auswahl an Sonnenschutz riesig, weil Indonesier Sonnenbräune und somit zusätzliche Bräune vermeiden möchten.

Ringtausch der Hautfarben wäre leicht möglich

Jede balinesische Frau, mit der ich bisher darüber gesprochen habe, würde ihre Hautfarbe sofort mit mir tauschen. Ich auch mit ihr… In meiner Welt sind die einheimischen Frauen unglaublich gutaussehend und haben wunderschöne bronzefarbene Haut.
Somit bleibt das Schönheitsideal sowohl für die Damen hier in Bali als auch für mich jeweils unerreichbar.
Aber ich hoffe, dass das Bewusstsein über diese verdrehte Welt den Frauen nach und nach mehr Wertschätzung für die eigenen Hautfarbe ermöglicht. Inshallah.

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Ubud auf Bali und Deutsche Küche – Ubud in Bali and the german cuisine

Blackforest cake - Schwarzwälderkirsch-Törtchen

Blackforest cake – Schwarzwälderkirsch-Törtchen

Deutsche Kulinarik in Ubud, der Künstlerstadt auf Bali

In den Wochen, die ich bereits hier lebe, war ich überrascht, deutliche deutsche Spuren zu finden. Früher war Bali eine Kolonie der Niederlande. Daher gibt es in der indonesischen Sprache erstaunlich viele Worte, die dem Niederländischen, und damit einer dem Deutschen sehr verwandten Sprache, entnommen sind. Auspuff heißt Knallpot, Handtuch ist Handuk, die Gabel heißt Garpu.
Meine größte Überraschung war Walter Spiess, ein deutscher Künstler in den 1930er-Jahren, der viel Einfluss auf die bildenden und darstellenden Künstler in Ubud hatte. Und zu Walter Spiess komme ich in einem anderen Posting noch einmal.
Hier möchte ich die witzigen kulinarischen Spuren aufzeigen. Oben sehen Sie die Schwarzwälderkirschtörtchen … und die Weißwälderkirschtörtchen! Diese werde ich an meinem Geburtstag im November probieren. Und was ich bisher an süßem Gebäck verkostet habe, war wirklich ausgezeichnet. Es gibt japanische Bäcker in Ubud, die selbst europäisches Gebäck in außergewöhnlich guter Qualität anbieten.

Warung Schnitzel in Ubud mit fliegendem Schuhmacher davor

Warung Schnitzel in Ubud mit fliegendem Schuhmacher davor

Der Deutschen Leibspeise in Bali

Auch für die Hardcore-Schnitzel-Liebhaber gibt es ausreichend Angebote.

Der Hauptanbieter dafür ist das Lokal „Warung Schnitzel“ an der Hauptstraße. Ich bin zwar noch nicht so lange in Indonesien, dass ich den Überhunger auf Schnitzel gehabt hätte, trotzdem habe ich das Schnitzel verkostet. Damit ich Ihnen darüber berichten kann.

Für Sie war ich im Warung Schnitzel

Schnitzelteller im Warung Schnitzel in Ubud

Schnitzelteller im Warung Schnitzel in Ubud

In der Karte des Warung Schnitzel steht, dass das Schnitzel schon im 9. Jahrhundert in Österreich erfunden worden wäre und dass die indonesischen Köche im Warung Schnitzel besonders geschult worden seien in der Kunst der Zubereitung eines hervorragenden Schnitzels.

Mein Fazit: es stimmt.
Das Schnitzel war perfekt gewürzt und gebraten. Und ich wurde gefragt, ob und welche Sauce ich dazu wünsche.
In diesem Fall bin ich Puristin. Mein Schnitzel sieht nur Limettensaft und keine weitere Sauce. Für mich war das Fleisch einen Hauch zu dünn und da gehen die Geschmäcker wahrscheinlich stark auseinander. Ich denke, das ist die österreichische Variante. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

Bintang Supermarkt bietet übrigens frische Brezeln in der Brotabteilung und Frankfurter Würstchen aus der Tiefkühltruhe an.

Brezeln im Bintang Supermarkt, Ubud

Brezeln im Bintang Supermarkt, Ubud

Autorin Sabine Engert

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Umgangsarten in Bali und in Japan – Forms of behaviour in Bali and Japan

Garden of a museum in Ubud, Bali

Garden of a museum in Ubud, Bali

In jedem Land ist es eine Aufgabe, Formen für ein angenehmes Zusammenleben zu finden. Die Lösungen, die auf Bali und Japan gefunden wurden, sind völlig contraire und beide auf gewisse Art extrem.
Gleichzeitig sind es Beispiele dafür, wie verschieden Leben gestaltet werden kann. Jeder Mensch kann ein Umfeld finden, in dem er sich absolut wohl fühlt – falls das nicht schon in seinem Ursprungsland gegeben ist.

Japans Traditionen für das Zusammenleben

In Japan haben die Menschen strikte Richtlinien entwickelt, mit denen sie sehr eng zusammenleben können und dennoch möglichst viel privaten Raum für sich haben.
Es liegt in der japanischen Tradition begründet, dass sich fremde Menschen nicht direkt in die Augen schauen, weil dies eine Aufforderung zum Kampf bedeuten könnte.  Das japanische Volk war, bevor es sich auf den vier Inseln niederließ, ein Reitervolk. Und wahrscheinlich kommt dieser Umgang aus dieser Epoche des Japanischen Volkes. Wenn sich heute Menschen im Business-Umfeld treffen, ist es weiter unhöflich sich direkt in die Augen zu schauen. Natürlich sind auch Japaner neugierig und erfahren gerne Neuigkeiten von und über ihre Mitmenschen. Die Tradition gibt dennoch vor, in Distanz zu bleiben, um nicht zu stören.
Noch vor ca. 1850, in der Zeit, bevor die Amerikaner die Öffnung des Landes erzwungen haben und ihre Regeln eingeführt haben, gab es keine getrennten Badhäuser und die heißen Quellen wurden auch von beiden Geschlechtern zur selben Zeit besucht. Das war in Japan aufgrund der diskreten Tradition leicht möglich. Niemand fühlte sich in seiner Intimsphäre verletzt, jeder Badegast hielt seine Aufmerksamkeit möglichst bei sich. Oder war so diskret interessiert, dass es niemand brüskierte. Japaner lassen dem anderen soviel privaten Raum wie möglich und grüßen dann höflich, wenn es passend ist. (Quelle: Sensei Tetsu Tanimura)
Für Ausländer ist dieser Abstand der Japaner untereinander leicht in der Art der Begrüßung zu erkennen. Die Begrüßung geschieht durch leichtes Verbeugen zueinander, ohne gegenseitiges Berühren und mit viel Raum (ca. 80 cm) zwischen den Menschen.

Balis Tradition für das Zusammenleben

Balinesen haben eine radikal andere Lösung gefunden: in den Orts- und Tempelgemeinschaften (Banyar) kennen alle alle und wissen alles. Sobald ein Mann heiratet, wird er Mitglied in der Tempelgemeinschaft, so dass quasi jeder Mitglied der Tempelgemeinschaften ist: entweder als Kind der Familie oder als eigene Familie. Wenn Ausländer dazu kommen, werden auch diese in den Kreis aufgenommen, unterstützt, unter die Fittiche der Gemeinschaft genommen und über alles befragt: wo sie hingehen, wo sie herkommen – und das bei jedem Treffen. Ausländer können das zu Beginn oft nicht einschätzen, vor allem wenn Balinesen ausländische Frauen befragen. Und es ist tatsächlich Teil der Kultur und hat mehr mit persönlichem Interesse als mit sexuellem Interesse zu tun. Die Grundregel ist, im Gegensatz zu Japan, dass jeder beachtet und angeschaut wird, und zwar breit lächelnd.
Weil ohnehin alle über alles informiert sind, reden auch alle über alles. Privatsphäre ist somit kaum vorhanden. Ich habe gehört, dass es in der balinesischen Sprache ursprünglich kein Wort für „Privat“ gab. Wer Bali besucht und näheren Kontakt zu den Einheimischen bekommt, kann sich das vorstellen. Die Menschen auf Bali sind sehr entgegenkommend, offenherzig und interessiert an anderen Menschen.

Autorin Sabine Engert

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Saraswati-Tempel, Ubud

Saraswati Temple, Ubud

Forms of behaviour in Bali and Japan

In every country it is a task to find forms of a comfortable way to live together.

Bali and Japan have found completely different solutions and both in a certain way extreme. At the same time this comparison can be seen as examples of how life can be designed. Every person can find an environment where she or he feels most comfortable – if this isn’t already the case in her or his home country.

The tradition of Japan

In Japan the people have strict rules of behaviour, so they can live perfectly together in a very small space and have at the same time their private room. It is in the tradition for example that people won’t look strict in each others eyes before they know each other. Eye contact could mean a challenge to fight. As a matter of course also Japanese people are curious but tradition dictates to stay at a distance for not disturbing anybody. Still in the first half of the 19th century (before the Americans forced Japan to open up their country and introduced American rules) there had been no separate bathhouses according to gender. Based on the Japanese tradition of being very discreet and allowing others their personal space, this separation was not needed. (authority: Sensei Tetsu Tanimura) For foreigners this distance between Japanese people is easy to observe when they are greeting each other. When two Japanese people meet there is about 80cm of distance in between them as they bow.

How the Balinese people live together

Balinese people found a completely different solution. In their temple communities (banyar) everybody knows everybody and everything. As soon as a man marries he becomes a part of the banyar. If foreign people come to the community for a while they are kindly welcomed, supported and are taken under the Balinese peoples wing. With every meeting on the street or in the house people ask each other where they come from and where they are going. In the beginning foreigners misjudge these questions sometimes, especially when Balinese men ask non-Balinese women. It is de facto part of the Balinese culture to be personally interested where people stay and where they are going to in all situations. So because everybody is informed about everything in a Balinese village, nearly everybody talks about everything. There is almost no privacy. I heard that in the older form of the Balinese language there had been no such word as privacy. Those who visit Bali and get in touch with the locals will be able to easily imagine this. People are extremely welcoming, really interested in other people and at the same time very open about their own lives.

author Sabine Engert

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