Umgangsarten in Bali und in Japan – Forms of behaviour in Bali and Japan

Garden of a museum in Ubud, Bali

Garden of a museum in Ubud, Bali

In jedem Land ist es eine Aufgabe, Formen für ein angenehmes Zusammenleben zu finden. Die Lösungen, die auf Bali und Japan gefunden wurden, sind völlig contraire und beide auf gewisse Art extrem.
Gleichzeitig sind es Beispiele dafür, wie verschieden Leben gestaltet werden kann. Jeder Mensch kann ein Umfeld finden, in dem er sich absolut wohl fühlt – falls das nicht schon in seinem Ursprungsland gegeben ist.

Japans Traditionen für das Zusammenleben

In Japan haben die Menschen strikte Richtlinien entwickelt, mit denen sie sehr eng zusammenleben können und dennoch möglichst viel privaten Raum für sich haben.
Es liegt in der japanischen Tradition begründet, dass sich fremde Menschen nicht direkt in die Augen schauen, weil dies eine Aufforderung zum Kampf bedeuten könnte.  Das japanische Volk war, bevor es sich auf den vier Inseln niederließ, ein Reitervolk. Und wahrscheinlich kommt dieser Umgang aus dieser Epoche des Japanischen Volkes. Wenn sich heute Menschen im Business-Umfeld treffen, ist es weiter unhöflich sich direkt in die Augen zu schauen. Natürlich sind auch Japaner neugierig und erfahren gerne Neuigkeiten von und über ihre Mitmenschen. Die Tradition gibt dennoch vor, in Distanz zu bleiben, um nicht zu stören.
Noch vor ca. 1850, in der Zeit, bevor die Amerikaner die Öffnung des Landes erzwungen haben und ihre Regeln eingeführt haben, gab es keine getrennten Badhäuser und die heißen Quellen wurden auch von beiden Geschlechtern zur selben Zeit besucht. Das war in Japan aufgrund der diskreten Tradition leicht möglich. Niemand fühlte sich in seiner Intimsphäre verletzt, jeder Badegast hielt seine Aufmerksamkeit möglichst bei sich. Oder war so diskret interessiert, dass es niemand brüskierte. Japaner lassen dem anderen soviel privaten Raum wie möglich und grüßen dann höflich, wenn es passend ist. (Quelle: Sensei Tetsu Tanimura)
Für Ausländer ist dieser Abstand der Japaner untereinander leicht in der Art der Begrüßung zu erkennen. Die Begrüßung geschieht durch leichtes Verbeugen zueinander, ohne gegenseitiges Berühren und mit viel Raum (ca. 80 cm) zwischen den Menschen.

Balis Tradition für das Zusammenleben

Balinesen haben eine radikal andere Lösung gefunden: in den Orts- und Tempelgemeinschaften (Banyar) kennen alle alle und wissen alles. Sobald ein Mann heiratet, wird er Mitglied in der Tempelgemeinschaft, so dass quasi jeder Mitglied der Tempelgemeinschaften ist: entweder als Kind der Familie oder als eigene Familie. Wenn Ausländer dazu kommen, werden auch diese in den Kreis aufgenommen, unterstützt, unter die Fittiche der Gemeinschaft genommen und über alles befragt: wo sie hingehen, wo sie herkommen – und das bei jedem Treffen. Ausländer können das zu Beginn oft nicht einschätzen, vor allem wenn Balinesen ausländische Frauen befragen. Und es ist tatsächlich Teil der Kultur und hat mehr mit persönlichem Interesse als mit sexuellem Interesse zu tun. Die Grundregel ist, im Gegensatz zu Japan, dass jeder beachtet und angeschaut wird, und zwar breit lächelnd.
Weil ohnehin alle über alles informiert sind, reden auch alle über alles. Privatsphäre ist somit kaum vorhanden. Ich habe gehört, dass es in der balinesischen Sprache ursprünglich kein Wort für „Privat“ gab. Wer Bali besucht und näheren Kontakt zu den Einheimischen bekommt, kann sich das vorstellen. Die Menschen auf Bali sind sehr entgegenkommend, offenherzig und interessiert an anderen Menschen.

Autorin Sabine Engert

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Saraswati-Tempel, Ubud

Saraswati Temple, Ubud

Forms of behaviour in Bali and Japan

In every country it is a task to find forms of a comfortable way to live together.

Bali and Japan have found completely different solutions and both in a certain way extreme. At the same time this comparison can be seen as examples of how life can be designed. Every person can find an environment where she or he feels most comfortable – if this isn’t already the case in her or his home country.

The tradition of Japan

In Japan the people have strict rules of behaviour, so they can live perfectly together in a very small space and have at the same time their private room. It is in the tradition for example that people won’t look strict in each others eyes before they know each other. Eye contact could mean a challenge to fight. As a matter of course also Japanese people are curious but tradition dictates to stay at a distance for not disturbing anybody. Still in the first half of the 19th century (before the Americans forced Japan to open up their country and introduced American rules) there had been no separate bathhouses according to gender. Based on the Japanese tradition of being very discreet and allowing others their personal space, this separation was not needed. (authority: Sensei Tetsu Tanimura) For foreigners this distance between Japanese people is easy to observe when they are greeting each other. When two Japanese people meet there is about 80cm of distance in between them as they bow.

How the Balinese people live together

Balinese people found a completely different solution. In their temple communities (banyar) everybody knows everybody and everything. As soon as a man marries he becomes a part of the banyar. If foreign people come to the community for a while they are kindly welcomed, supported and are taken under the Balinese peoples wing. With every meeting on the street or in the house people ask each other where they come from and where they are going. In the beginning foreigners misjudge these questions sometimes, especially when Balinese men ask non-Balinese women. It is de facto part of the Balinese culture to be personally interested where people stay and where they are going to in all situations. So because everybody is informed about everything in a Balinese village, nearly everybody talks about everything. There is almost no privacy. I heard that in the older form of the Balinese language there had been no such word as privacy. Those who visit Bali and get in touch with the locals will be able to easily imagine this. People are extremely welcoming, really interested in other people and at the same time very open about their own lives.

author Sabine Engert

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Über sabine2h2e

Mich interessieren alle Wege, auf denen Menschen mehr Freude in ihr Leben bringen können. Aber was Menschen im Leben tun, interessiert mich meisten. Moshe betet seit Jahren zu Gott, er möge ihm einen Lottogewinn ermöglichen. An einem schönen Tag, an dem Moshe wieder inbrünstig betet, antwortet Gott mit klarer aber etwas genervter Stimme: Moshe, Du musst ein Los kaufen! Ich bin Künstlerin, Berufungs-Coach/Trainer und Heilpraktikerin und schreibe Bücher. Most of all I am interested in all the ways which bring more joy and laughter into the life of people. But most interesting is to me what people do in life. Moshe prays for many years to God in order to win the lottery. One sunny day while Moshe is praying fervently, god answers in a clear but a bit annoyed voice: Moshe, you have to buy a lottery ticket! I am an artist, life coach for inner vocation and a writer.
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